Veränderungen


Veränderung ist Bewegung – und oft auch Chaos. Wenn alte Strukturen aufbrechen, verlieren wir kurzzeitig die Orientierung und es kann sich anfühlen, als würde alles durcheinandergeraten. Doch genau in diesem Zwischenraum, im vermeintlichen Chaos, liegt das Potenzial für Neues. Veränderung braucht diesen Moment des Ungleichgewichts, bevor sich eine neue Balance einstellen kann.
In einer abendlichen Intervision in Bern sprachen wir über genau diese Veränderung und das Chaos. Eine Kollegin brachte eine wunderbare Metapher zu diesem Thema, welche ich gerne mit euch teile.
Sie sagte, dass die Veränderung ein bisschen ist, wie das erste Mal ohne Stützräder Fahrrad zu fahren. Und sie hat sehr recht damit. Ein Kind muss sich bewegen. Ohne das Treten in die Pedalen und ohne eine gewisse Geschwindigkeit geht Fahrradfahren nicht. Zuerst ist alles wackelig, unsicher und chaotisch. Man schwankt, fällt vielleicht sogar hin, verliert kurz die Orientierung. Die Bewegung, die Geschwindigkeit und das Gefühl von Unsicherheit gehören dazu. Und genau in dieser Unsicherheit gilt es die Balance und das Gleichgewicht zu finden. Nur wer dieses kleine Chaos zulässt und Vertrauen in seine Fähigkeiten hat, kann mit der Zeit das Gleichgewicht halten.
Welches Bild hast Du, wenn du an Veränderungen denkst?

Übrigens: Regelmässige Intervisionen gehören für mich als Coach zu meiner Qualitätssicherung. Die Intervision ist mehr als nur die Reflexion meines beruflichen Handelns, sie ist Erweiterung von Fachkompetenzen, gemeinsame Lösungsfindung, vertrauensvoller Austausch, Stärkung meiner Selbstwirksamkeit und emotionale Entlastung. In diesem Sinne ein grosses Danke an meine beiden wundervollen Intervisionsgruppen, die mich schon eine Weile begleiten.

Veränderungen sind am Anfang schwer, in der Mitte chaotisch und am Schluss grossartig!